{"id":257,"date":"2025-07-24T09:20:26","date_gmt":"2025-07-24T08:20:26","guid":{"rendered":"http:\/\/skulptur-projekte.localhost\/project\/gregor-schneider-2017-de\/"},"modified":"2025-07-24T09:20:26","modified_gmt":"2025-07-24T08:20:26","slug":"gregor-schneider-2017-de","status":"publish","type":"project","link":"https:\/\/skulptur-projekte.rectangle.design\/de\/project\/gregor-schneider-2017-de\/","title":{"rendered":"Gregor Schneider 2017"},"content":{"rendered":"<p>Gregor Schneider entwickelt den Kanon seines Werks aus den baulichen und atmosph\u00e4rischen Interventionen, die er (seit 1985) in einem vormaligen Mietshaus in M\u00f6nchengladbach-Rheydt vornimmt. 2001 entkoppelte Schneider ganze Raumfolgen aus diesem <em>Haus u r <\/em>genannten<em> <\/em>Gesamtkunstwerk, um sie dem deutschen Pavillon auf der Biennale in Venedig als <em>Totes Haus u r<\/em> einzuverleiben. Indem Schneider das LWL-Museum f\u00fcr Kunst und Kultur hinter dem Einbau eines privaten Wohnraums zur\u00fccktreten l\u00e4sst, unterwandert der K\u00fcnstler die Grenzziehung zwischen privatem und \u00f6ffentlichem Raum. Zugleich intensiviert sein Werk die Frage nach der existentiellen Befindlichkeit des Menschen der nachmodernen Gesellschaft.<\/p>\n<p><em>N. SCHMIDT <\/em>trat bereits in der Ausstellung <em>u r 54, N. SCHMIDT <\/em>(Bremerhaven, 2001)<em> <\/em>in Erscheinung. Der Titel verweist auf die Herkunft <em>N. SCHMIDT <\/em>aus dem Raum 54 im <em>Haus u r<\/em>. Die Wohnung in M\u00fcnster gab nun Gelegenheit, der Persona <em>N. SCHMIDT<\/em> auf die Spur zu kommen. Ein separater Eingang an der Westseite des Museumsneubaus f\u00fchrt \u00fcber eine Treppe in den ersten Stock und zu einem Vorraum, von dem aus die Wohnung abzweigte. Im Durchschreiten von Garderobe, Wohnzimmer, Schlafzimmer und Bad gelangte der:die Besucher:in in einen Vorraum und eine weitere spiegelgleiche Einheit, deren r\u00e4umliche Abfolge und Interieurs mit der ersten baulich identisch waren. In einer kreisf\u00f6rmigen Laufrichtung erreichten die Besucher:innen erneut den ersten Vorraum. Auf diese Weise wurde die Wiederholung von Erfahrungen erm\u00f6glicht, die, nun von Erinnerungen modifiziert, einen anderen Raum er\u00f6ffneten. Das Prinzip von Verdopplung und Differenz setzte sich auch in den virtuellen Raum fort: Das Geschehen innerhalb der einen Wohnung schien synchron auf Bildschirme in der jeweils anderen Wohnung \u00fcbertragen zu werden. Schneider l\u00f6st mit dem Titel seines Werkes die Erwartung einer Begegnung aus, die aus der gemeinsamen Anwesenheit den Einzelnen hervortreten lassen \u2013 dem zuletzt eine Antwort auf die Frage \u00fcberantwortet scheint: Wer ist <em>N. SCHMIDT<\/em>? Von diesem Szenario war das Museum als institutioneller und architektonischer Rahmen ausgeblendet; das Werk war der musealen Pr\u00e4sentation entzogen, die, aus der Sicht des K\u00fcnstlers, das Werk <em>t\u00f6tet<\/em>.<\/p>\n<p>Seit Ende der 1990er Jahre inszeniert Schneider in seinen Interieurs die An- beziehungsweise Abwesenheit m\u00f6glicher Bewohner:innen: gedeckte Tische, Ger\u00fcche und Ger\u00e4usche scheinen diese zu beschw\u00f6ren. Schneiders Werk <em>Die Familie Schneider, 14 und 16 Walden Street<\/em> (London, 2004) stellte eine vorl\u00e4ufige Zuspitzung und Verschr\u00e4nkung dieser r\u00e4umlichen und semantischen Werkaspekte dar: Die baugleichen und identisch ausgestatteten Doppelhaush\u00e4lften wurden von je einem Zwillingspaar bewohnt, das, ungeachtet der Besucher_innen, allt\u00e4gliche Handlungen verrichtete. Eine distanzierte Betrachtung der Umgebung und des Geschehens schien kaum m\u00f6glich \u2013 der:die Besucher:in wirkte auch hier in einem zeitr\u00e4umlichen emotionalen und mentalen Prozess an der Intensit\u00e4t von Schneiders Werk mit.<\/p>\n<p><em>Nicola Torke<\/em><\/p>\n","protected":false},"featured_media":0,"template":"","artist":[42],"yr":[17],"class_list":["post-257","project","type-project","status-publish","hentry","artist-gregor-schneider","yr-17"],"acf":[],"_links":{"self":[{"href":"https:\/\/skulptur-projekte.rectangle.design\/de\/wp-json\/wp\/v2\/project\/257","targetHints":{"allow":["GET"]}}],"collection":[{"href":"https:\/\/skulptur-projekte.rectangle.design\/de\/wp-json\/wp\/v2\/project"}],"about":[{"href":"https:\/\/skulptur-projekte.rectangle.design\/de\/wp-json\/wp\/v2\/types\/project"}],"wp:attachment":[{"href":"https:\/\/skulptur-projekte.rectangle.design\/de\/wp-json\/wp\/v2\/media?parent=257"}],"wp:term":[{"taxonomy":"artist","embeddable":true,"href":"https:\/\/skulptur-projekte.rectangle.design\/de\/wp-json\/wp\/v2\/artist?post=257"},{"taxonomy":"yr","embeddable":true,"href":"https:\/\/skulptur-projekte.rectangle.design\/de\/wp-json\/wp\/v2\/yr?post=257"}],"curies":[{"name":"wp","href":"https:\/\/api.w.org\/{rel}","templated":true}]}}